Brand im Lager der Massenheim Streuner

Es war einmal der Traum von einer Mensch-Tier Begegnungsstätte…

 

Und dieser Traum wurde heute Nacht angezündet und abgefackelt !

 

Seit 2018 sind wir im Hochheimer Ortsteil Massenheim aktiv die Zahl der vielen Streunerkatzen zu dezimieren und damit deren ungehemmte Vermehrung einerseits und damit ganz viel Tierleid andererseits zu unterbinden. Wir haben um die 80 Katzen kastriert, vermittelt, an umliegende Tierheime zur Vermittlung abgegeben und einen Teil der Streuner, der nicht vermittelbar war, betreuen wir seither und füttern sie jeden Tag und haben ihnen Unterkünfte gebaut, damit sie einen trockenen und warmen Schlafplatz haben. Wir stießen auf viel Begeisterung in der Bevölkerung, da dank unserer Arbeit die Katzen sich nicht unkontrolliert vermehren können, zudem wird durch die regelmäßige Fütterung sichergestellt, dass die Miezen sich ihr Futter nicht wo anders erjagen.
Also machten wir uns an die Arbeit und aus dem Tierschutzprojekt wurde bald mehr als gedacht:..

 

Wir haben in Hochheim eine kleine Oase der Begegnung geschaffen,einen Ort , an dem sich Menschen trafen und Anteil am Thema an sich und am Leben der Streuner nahmen, manch einer war sich der Problematik bisher gar nicht bewußt . Die Zahl der Unterstützer und Befürworter wuchs, auch regional und im Ort selbst . Ein ansässiger Verein hat uns das Zelt gespendet, das wir über den Streunerhütten aufgebaut haben, damit auch wir, die Futterhelfer, endlich nicht mehr bei Regen und Schnee im Freien standen um die Katzen zu füttern ( und nochmal für alle : gefütterte und satte Katzen jagen weniger bis gar nicht !) , wir haben uns so sehr über die Unterstützung gefreut ! Mit vielen Sachspenden und viel Liebe haben wir ein kleines feines Domizil gebaut, das auch bei Facebook und Instagram bekannter wurde und vielen Menschen Freude bereitet hat und Aufmerksamkeit auf das Thema Streunerkatzen in Deutschland gelenkt hat.

 

Die Schlöcker Stiftung aus Hochheim , eine Einrichtung in der Behinderte betreut werden, hat uns schon einen Besuch abgestattet und bei den Anwesenden unglaubliche Freude ausgelöst. Egal wie sie körperlich eingeschränkt waren, alle wollten teilenhmen und mit vereinten Kräften haben wir alle zu unserem Streunerhaus bringen können und aufmerksam und mit viel Spaß haben wir unser Projekt erklärt und die Katzen haben sich fast so sehr über den Besuch gefreut, wie der Besuch über die Katzen. Alle „ Schlöckerianer „ waren happy, in ihrer Werkstatt Paletten für unser Streunerhaus bearbeiten zu können und so Teil des Projektes zu werden.

 

Gerade in der Lockdown Zeit  , die vor allem für Kinder eine echte Herausforderung ist, war unser „ Mietzhaus „ ein Anlaufpunkt für einige kleine Fans, die regelmäßig mit ihren Eltern vorbei kamen um „ Ihre „ Streuner zu besuchen und ihnen Leckerchen zu bringen. Sogar aus Frankfurt sind Familien angereist um sie zu besuchen, es war einfach ein Ort der Freude, der Aufklärung, der Hilfe und der Begegnung. Wir haben Menschen eine Freude gemacht und unschuldigen Tieren, die niemandem etwas getan haben und niemandem etwas weggenommen haben, die einfach nur leben wollten, geholfen.

 

Alles ist heute nacht zwischen 21.00-22.00 dem Erdboden gleichgemacht worden. Nur durch Zufall haben wir von dem Feuer erfahren und konnten die Feuerwehr alarmieren. Nur so konnte ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Grundstücke verhindert werden. Nicht auszudenken, wie groß diese Katastrophe hätte werden können ! Pferdekoppeln, Schafe und Ziegen in unmittelbarer Nachbarschaft.

Fassungslos und in Tränen aufgelöst konnten wir nur zuschauen, wie die Feuerwehr Schlimmeres verhindert hat.

Von unserem Mietzhaus ist nichts übrig. NICHTS. Alls ist den Flammen zum Opfer gefallen.

Wir sind bis nachts vor Ort geblieben um zu schauen, wie es den Katzen geht. 10 haben wir heute Nacht schon gesehen und heute morgen die restlichen, alle sind verängstigt aber am Leben. Das ist die Hauptsache und uns ist ein Gebirge vom Herzen gefallen.

 

Der Schock sitzt tief. Heute Nacht wurden in Massenheim zudem Wahlplakate zerstört. Ob es einen Zusammenhang gibt ? Wie geht das weiter ? Vergreift sich jemand an den Katzen, an uns , an unserem Eigentum, am Eigentum anderer ? Ist das ein gezielter Angriff gewesen , geht einfach ein Feuerteufel um ? Was kommt als Nächstes ? Wir wissen es nicht. Man kann nur allen raten wachsam zu sein. Wir werden darüber hinaus eine Belohnung aussetzen zur Ergreifung des oder der Täter. Denn eine spontane Selbstentzündung war das nicht und ohne zu sehr ins laufende Verfahren einzusteigen ( Anzeige wurde erstattet ) : es wurden Dinge vor Ort gefunden, die den Verdacht der mutwilligen Zerstörung erhärten.

 

Wer auch immer das war : noch ist Zeit, sich zu stellen. Jemand muss ein sehr trauriges Dasein fristen, wenn er solche Dinge tut. Noch kann er seine Tat zugeben und das Richtige tun. Noch können wir die Anzeige zurückziehen.

 

Aber wird jemand, der so feige war den Mut haben ? Wir wünschen es uns – und ihm – und wären zu einem Gespräch bereit. Tut er das nicht , nimmt alles seinen Lauf.

 

Der Schock sitzt tief über diese Tat, die eine noch viel größere Katastrophe hätte werden können. Überwältigend ist aber auch die Hilfsbereitschaft, die unmittelbar folgte. Allein aus dem Ort selbst, in dem natürlich ein nächtlicher Polizei und Feuerwehr Einsatz Aufsehen erregte, gab es direkt ganz viele Hilfsangebote und ganz viel Trost. Wir sind total geplättet, wie viele Menschen unser Projekt kannten und toll fanden.

 

Auch über den Verein kamen aus dem engsten Helferkreis und auch von Adoptanten und Helfern, die davon erfahren haben schon ganz liebe Hilfsangebote. Dabei hatten wir es bisher nur im Status im Handy, aber die sozialen Netzwerke und die Presse kommen noch dazu. Auch vom Superpet in Hattersheim haben wir sofort und unbürokratisch Hilfe angeboten bekommen, die Lokalpolitik interessiert sich und das alles 12 h nach dem Brand.

 

Wir sind überwältigt, es beutelt einen gerade von einer Gefühlslage in die andere, aber die Freude bahnt sich gerade ihren Weg durch den Schock, auch wenn ich immer noch zittere wie Espenlaub und an Schlaf nicht zu denken war.

Und fest steht : wir machen weiter. Wir geben nicht auf. Von solchen Menschen lassen wir uns nicht kaputt machen, was seit eh und je eine gute Sache für die Tiere war und gerade eine Begegnungsstätte mit den Menschen wurde.

Auch wenn es für Wortwitze noch zu früh ist : Phoenix aus der Asche…genauso werden wir mit unserem Projekt wieder auferstehen.

Wir wissen noch nicht konkret wann und wie, aber wir werden !

Sobald wir wissen, wie es konkret weitergeht und sobald wir wissen, wie ihr uns helfen könnt melden wir uns.

1 Comment
  • Bärbel Reinwart
    Posted at 16:38h, 05 März Antworten

    Gut das Ihr nicht den Mut verliert und trotz dieses Rüchschlages weitermacht. Schön zu hören das es viele emphatische Menschen in Euerer Nähe gibt .

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