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Hochheimer Streuner

Im Mai 2018 wurden wir von Anwohnern angesprochen, ob wir nicht einem Wurf Kitten in einem Garten helfen könnten. Wir sind sofort hin und haben gesucht und gesucht…aber keine Kitten weit und breit. Auf dem Rückweg allerdings sahen wir an einer Koppel ein paar ziemlich magere Katzen …sie waren nicht sehr scheu und haben sich direkt über das Futter hergemacht, das wir eigentlich für die Kitten eingepackt haben. Als sie zu fressen begannen kamen aus allem umliegenden Büschen noch weitere Katzen…es wurden immer mehr und waren schlussendlich fast 20!
Und alle hatten Hunger…also sind wir am nächsten Abend wieder hin und haben etwas Futter mitgenommen…und am Abend darauf …ganz schnell hatten Sie die Uhrzeit eingespeichert und standen schon parat wenn wir ankamen.
Einige von ihnen sahen schlimm aus, Matschäuglein, völlig entzündete Ohren, eine hatte nur ein Auge…zwei Mädels schienen schon wieder tragend zu sein…und war klar : hier muss gehandelt werden, so schnell es geht!
Wir haben uns im Ort durchgefragt und den Besitzer des angrenzenden Grundstücks ausfindig gemacht und mit ihm gesprochen und waren auf alles gefasst, da wir hier im Ort schon die wildesten Begegnungen hatten in Sachen Katzen, kaum eine davon war positiv…Außer beim angrenzenden Reiterhof, der kooperativ war und uns erlaubt hat, die Katzen mitzunehmen war der Tenor leider fast immer : das geht sie nichts an, das regelt die Natur und Finger weg von meinen Katzen…Der Besitzer des besagten Grundstückes war aber offen für unser Anliegen und hat sich mit uns um eine Lösung bemüht. Es sind nicht seine Katzen, aber da auf der Weide / Koppel einiges an Tieren steht und auch Heu gelagert wird, haben sich die Streuner dort angesiedelt, da es wohl genug Mäuschen zu fressen gab und wenn das Wetter nicht gut zum Jagen war, hat er ihnen sogar manchmal Futter gegeben. Wir waren uns zum Glück einig, das Fressen die eine Sache ist, aber die Kastrationen die andere, vorrangige Priorität war. Er hat uns netterweise erlaubt, neben seinem Grundstück eine Futterstelle einzurichten und so konnten wir uns bei den Streunern einigermassen beliebt machen. Sie warteten jeden Abend sehnsüchtig auf ihr Fresschen und fassten vertrauen, einige ließen sich sogar anfassen, andere kamen aber nicht näher als 20 Meter an uns heran. Das das Einfangen nicht einfach würde, war uns klar. Zum Glück kam der Kontakt zu einem Verein in Wiesbaden und einer netten privaten Tierschützerin zustande, die viel mehr Erfahrung in solchen Dingen hatten, unsere beschränkten sich bis dato auf ein paar Einzelfälle. Diese Kooperation war echt ein Segen, die lieben Damen halfen uns selbstlos mit Rat und Tat, raffiniertem Equipment ( u.a. einer selbstgebauten Falle mit Fernsteuerung ) und nicht zuletzt mit ihrer Zeit. In diversen Fangaktionen, teilweise die ganze Nacht durch ( und wir haben alle normale Fulltimejobs ! ) und an so manchen extra dafür geopferten Urlaubstag haben wir es geschafft, was unmöglich schien…seit Mai haben wir über 15 Katzen an unserer Futterstelle ( und noch mal so viele an anderen Stellen im Ort ) kastrieren lassen ! An unserer Futterstelle ist nur noch ein Kater unkastriert und ein neues Mädchen kam dieser Tage dazu, die wir noch nicht kennen, da wissen wir es noch nicht…Natürlich bleiben wir dran ! Wie zu erwarten blieb es nicht bei Kastrationen, so mussten alle gegen Parasiten behandelt werden, tätowiert werden, damit man sieht, das es „Streuner mit Betreuung“ sind, einige Zähne wurden saniert, was dem ältesten der Truppe schlichtweg das Leben gerettet hat. Er hatte ein ganz entzündetes Mäulchen und konnte nicht mal unser Nassfutter essen vor Schmerzen, geschweige denn jagen…er war klapperdürr und schon apatisch…und ist nun ein kleiner weißer Eisbär und wieder der Big Boss von allen und hält alle auf Trab und spielt sogar wie ein junger Kater, obwohl er schon älter als 10 sein muss, eine Freude ihn so unbeschwert zu sehen ! Aber leider gab es auch Rückschläge…ein verletztes Kätzchen mussten wir erlösen, es war nur noch auf drei Beinen unterwegs und auch das andere Hinterbein war in Mitleidenschaft gezogen…auf zwei Beinen draußen ? Unmöglich…es wäre elend eingegangen…Ein weiteres Katzenmädchen fiel wohl einem Hund oder Fuchs zum Opfer, auch ihr konnten wir nur noch helfen, indem wir ihr Leiden beendet haben, ihr Rückgrat war gebrochen…
Einen kleinen Minikater konnten wir einfangen und ganz toll vermitteln , da er noch so klein war und noch gut an eine Wohnungshaltung zu gewöhnen war…die anderen belieben vorerst wo sie sind, wir sind auf der Suche nach einem Platz, wo wir ein Winterquartier aufstellen dürfen. Sollten sie richtig zahm werden und zeigen, dass sie nicht mehr draußen sein wollen oder krank und hilfsbedürftig werden, überlegen wir uns natürlich wie es dann mit ihnen weitergeht. Einstweilen sind sie dort sicher, dort fahren keine Autos, sie kennen sich aus und wir füttern seit Mai jeden einzelnen Tag….das raubt uns Zeit, die wir eigentlich neben Job, dem Verein und einem Rest Privatleben gar nicht haben, aber was soll aus ihnen werden ? Wir wollen sie vor dem Winter in eine gute körperliche Verfassung bringen…Leider fressen sie uns buchstäblich die Haare vom Kopf ! jeden tag über 15 Katzen füttern geht richtig ins Geld, jeden Tag 1,5 Kilo Nass und 2 Kilo Trockenfutter…man rechne mal hoch…10 Kilo Nass und 14 Kilo trocken die Woche und ab uns zu mal Leckerchen…Wer uns bei dieser Mamutaufgabe helfen möchte : Spenden sind herzlich willkommen, wir würden zumindest gern über den Winter täglich weiterfüttern können, aber das ist auch eine finanzielle Frage. Und die liebe Dame, die uns geholfen hat beim Einfangen füttert täglich am Rasthof Taunusblick an der A5 und hat jeweils 50 km Anreise !!! Gibt es zufällig Pendler, die da sowieso lang fahren und ihr einen Teil der Arbeit ab und zu abnehmen könnten ? Das wäre toll…es gibt viele Optionen zu helfen, sprechen Sie uns gern an, jede Hilfe ist willkommen !
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