Frühlingsnewsletter – Wir sind zurück!

Liebe Freunde, Helfer, Unterstützer und Fans der Katzenherzen,

wir wollen mal wieder ein kleines Lebenszeichen von uns geben, da es in den vergangenen Wochen nach außen hin vielleicht gefühlt ein bischen still um uns war …
Es ist so viel passiert aber vorweg : es gibt uns noch und wir machen weiter !
2020 war ja für alle ein seltsames Jahr und auch den Tierschutz hat es auf den Kopf gestellt . Wir alle hatten Hoffnung, dass 2021 besser werden würde, aber wie sich inzwischen herazsgestellt hat : 2020 war nur der Testlauf.
2021 geht coronamäßig genauso weiter und es kamen noch einige weitere Hindernisse hinzu.
Aber wir würden nicht seit 15 Jahren trotz aller Widrigkeiten erfolgreich Tierschutz betreiben, wenn wir nicht Kämpfernaturen wären….Tierschutz ist ja eine Materie, die es nur gibt, weil etwas grundlegend nicht so ist wie es sein sollte ( unser Ehrenamt sollte eigentlich gar nicht nötig sein, Tierschutz dürfte gar nicht existieren müssen….) und wir sind Gegenwind daher gewöhnt und lassen uns auch von weiteren problemen nicht in die Knie zwingen, wenn wir es nur irgendwie noch weiter für die Tiere aushalten.  Auch wenn diese Probleme jedes für sich ein Tierfschlag waren und es wäre schön gewesen, wenn sie einfach nicht passiert wären…unnötig und anstrengend…. Aber es ist wie es ist und wir brauchen Lösungen und an diesen sind wir dran.
 
Der Januar lief recht rund ( die kleinen Stolpersteine merken wir schon gar nicht mehr, die räumen wir einfach aus dem Weg ) und wir haben über 30 Katzen vermitteln können, was ein erfreulicher Start ins neue Jahr war.
Im Februar der erste Paukenbschlag : meine Kollegin Susanne ist ausgefallen wegen gesundheitlicher Probleme und wird so bald nicht wieder die Arbeit aufnehmen können. Sie ist eine wichitge Stütze des Vereins und das sie aktuell nicht bei uns ist, merkt man sehr. Mit vereinten Kräften und unserem tollen Team haben wir versucht, ihren Ausfall der sehr kurzfriustig kam und schnell ging halbwegs zu kompensieren und auch im Februar konnten trotz allem knappe 30 Katzen ins Glück reisen. Susanne wünschen wir von ganzem Herzen, dass Sie wieder gesund wird und wir halten ihren Platz frei und wenn sie wieder gesund und fit zu uns stößt, freuen wir uns sehr, aber aktuell hat ihre Gesundheit oberste und einzige Priorität.
Kaum hatten wir Susannes Ausfall halbwegs verdaut und ihre und unsere Arbeit irgendwie umverteilt und einige Dinge neu struktutiert ( sowas ist ja ein Prozess und braucht Zeit und geht nicht von heut auf morgen, das wird uns alles noch weiter beschäftigen ) kam der nächste Hammer …
Im März wurde unsere Streuner Unterkunft in Brand gesteckt ! In der Nacht vom 3. auf den 4. stand alles lichterloh in Flammen und hat sich buchstäblich in Rauch aufgelöst. Die Kripo ist dran, denn es wurde Grillanzünder gefunden und aufgrund der örtlichen gegebenheiten konnte es nur Brandstiftung sein. Alles, was wir mit Herz und Hirn aufgebraut hatten und in täglicher ( ! ) Mühe, egal ob Feiertag, Trauertag, Regen, Schnee oder Gewitter betreut haben wurde zunichte gemacht. Wieviel Hass muss da jemand gegen uns und unsere Arbeit und unsere Katzen haben ? Auch wenn alle Katzen überlebt haben ( unverletzt, aber zum Teil traumatisiert und wieder sehr scheu ) und “ nur “ der sinnlose !! Tod unserer Igelnachbarn zu beklagen war : Das zieht einem den Boden unter de Füßen weg !
Aber Zeit zum Trauern oder Nachdenken ? Wie immer : Null.
Es muss weitergehen und es ging weiter. Meine Mädels haben das alles direkt von sich aus und selbstständig in Facebook und Instagram gepostet, denn ich war erstmal einigermaßen traumatisiert von den Erlebnissen und des Kämpfens einfach mal so unsagbar müde….das trotzdem durch ihre schnelle Reaktion eine Welle der Hifsbereitschaft auf uns zurollte, die so niemand von uns erwartet hätte. So unglaublich viele Menschen haben sofort geholfen, Geldspenden, Sachspenden, Helfer vor Ort, der Wiesbadener Kurier und die Hochheimer Zeitung haben uns angerufen, die Lokalpolitik hat sich gemeldet, über alle Kanäle kamen mündlich und schriftlich Hilfsangebote…es war überwältigend !!!! So viel Hilfe, Zuspruch und Anteilnahme….eine selten tränenreiche Woche war das, erst Tränen der Verzweiflung und dann der Rührung, wir waren so unglaublich dankbar für all die liebe Hilfe, die uns umarmt hat.
Aber : auch die Hilfe musste koordiniert werden, es war uns ein Bedürfnis, allen Helfern zeitnah zu antworten, Hilfsaktionen zu koordinieren und uns zu bedanken.
Ergo : am Ende waren es um die 20 h Arbeit am Tag mit Job, Vermittlungen mit allem was dazu gehört und eben der Betreuung der Streunerhilfe. Ditrekt am Tag nach dem Feuer haben wir alles weggeräumt, wir haben den Anblick der vielen Asche und der Stahlherippes von unserem zelt nicht ertragen, mehrere schlaflose Helfer fanden sich ohne das abgesprochen zu haben in den frühen Morgenstunden des Donnerstages vor Ort ein, weil niemand von uns richtig schlafen konnte und wir auch noch nicht alle Katzen gesichtet hatten, obwohl wir die halbe Nacht davor gesucht hatten. Also waren Donnerstag alle unsere Bemühungen nur noch ein Hänger voll verbranntem Holz und viele schwarze Mülltüten, die Streunerunterkünfte gab es nicht mehr,  Also musste schnell etwas neues her, da es nachts noch weit unter Null Grad hatte…3 neue Zelte wurden aufgebaut : Nummer eins am Tag nach dem Brand war winzig und reichte nur, um die lieben Sachspenden unterzustellen, Nummer 2 war ausreichend groß, aber ist nach nur 4 Tagen einem Sturm zum Opfer gefallen ( wenns läuft, dann läufts…) und Nummer 3 steht nun und konnte dank der vielen lieben Sachspenden ganz toll eingerichtet werden . So langsam kommen auch wieder die üblichen 11 zum Essen dorthin ( zwei immer schon scheue haben ihre eigene Futterstelle an einem anderen Platz ) , es hat aber wirklich einige Wochen gedauert, bis sich alle wieder getraut haben, das Grundstück war ihnen zunächst natürlich suspekt, auch wenn wir die neue Bleibe einige Meter vom alten Platze entfernt aufgebaut haben…man hat gesehen, das sie sich nicht über eine magische Linie trauen, eine von den Scheuen war sogar einige Tage komplett verschwunden. Aber so langsam kehrt wieder Normalität ein und sie schlafen sogar teilweise schon wieder im Zelt.

Da wir so viele Spenden bekommen haben, wollen wir das Projekt im Namen aller Helfer aber grundsätzlich auf stabilere Beine stellen. Unser Plan ist es, das Grundstück zu pachten und eine Holzhütte ( eine größere Gartenhütte mit Terrasse und separatem Quarantäneabteil für neulinge, Kranke oder Fundkatzen) darauf zu stellen und das alles stabil und sicher zu machen ( natürlich auch mit Rauchmeldern und Überwachungstechnik etc. ) . Der Gedanke dahinter : wir wollen das ganze mithilfe der Lokalpoilitik als eine Art öffentliche Begegnungsstätte ausbauen und so einerseits den Menschen die Streunerthematik an sich näherbringen, da viele gar nicht wissen, das Deutschland eigenes Katzenleid hat und der Begriff Streuner oft mit erschreckend viel deplatzierter Romantik verklärt wird. Das ach so tolle freie Leben bedeutet 24 h am Tag auf der Hut sein vor Gefahren, auf der Suche nach etwass zu essen zu sein, auf der Suche nach einem halbwegs sicheren, trockenen Schlafplatz an dem man im Winter nicht erfriert und im Sommer nicht verdurstet und es bedeutet bei Krankheit allein zu sein mit Angst und Schmerz und niemand hilft einem. Und wenn man dann noch Katzenmädchen ist muss man manchmal mehr als einmal im Jahr noch irgendwo im Dreck Kinder bekommen und versuchen, diese vor dem Tod zu bewahren. Das darf und muss nicht sein, das muss ein Ende haben !  Darüber wollen wir aufklären und wir wollen auch eine Begegnungsstätte vor Ort schaffen um zu zeigen, wie Hilfe aussehen kann. Ein Schilfgrundstück, Teil des Rheinmain Regionalparks ist direkt nebenan, ein Stück weiter ist ein von einem örtlichen Naturschutzverein ( in dem wir ebenfalls Mitglied sind ) betreuter Apfelbaumgarten mit alten und seltenen Apfelsorten sowie 2 Bienenwiesen und ein großes Insektenhotel . Wir würden das alles zusammen gern zu einer Art Naturschutz Lehrpfad zusammenführen. Gerade in Zeiten des Lockdowns hatten wir viel Besuch von Familien und den Bewohnern einer Behinderteneinrichtung aus einem Nachbarort, man konnte nicht viel machen in dieser Zeit und da ist die heimische Umgebung in den Mittelpunkt gerückt und das ist gut so ! Das kann die Basis für Weiterbildung und Verständnis sein für das, was um einen herum direkt geschieht. Gerade für Kinder ist das eine tolle und wichtige Erfahrung und wir möchten da einen großen Teil Aufklärung und somit auch nachhaltige Tierschutzarbeit leisten. Ein Kontakt zur örtlichen Schule ist angedacht und wir wollen die Kastrationspflicht für freilaufende in Hochheim etablieren, damit sich langfristig und flächendeckend etwas ändert.
Da die Besitzerin des Grundstückes auf dem wir uns bewegen aber eine alte Dame ist, die es nicht so recht hergeben mag, weil sie Kindheitserinnerungen daran hat, haben wir für diesen Samstag einen großen Arbeitseinsatz auf dem Gelände geplant , aufräumen, Grünschnitt, Zäune reparieren etc. um ihr zu zeigen, dass es uns ernst ist und das wir alles in Ordnung und in Ehren halten.
Unser Plan steht und fällt kurzfristig damit , ob wir das Grundstück bekommen. Nach dem Arbeitseinsatz ist nochmal ein Kontakt zur Besitzerin geplant mit Lokalpolitikern im Hintergrund und wir versuchen, es  für 15 Jahre pachten zu können. Klappt dies nicht, muss dann ein Plan b her, aber wir wollen jetzt endlich mal vorankommen in der Sache, das ist uns ein Bedürfnis und das sind wir auch unseren Spendern schuldig.
Es geht grad nicht so schnell, wie wir selbst wollen, aber man muss eben auch immer auf alle Beteiligten Rücksicht nehmen….aber nächste Woche sind wir hoffentlich ein Stück weiter !
Ach ja und neben all dem haben auch im März wieder fast 30 Spanier ein Zuhause über die Katzenherzen gefunden ! Und wir schauen doppelt streng hin, damit das keine Lockdown Langeweile Katzen werden. Ganz werden wir das nicht ausschließen können, aber wir tun unser Bestes um das zu verhindern.
Tja und all das …hat dann im April bei mir dazu geführt, dass es mich dann nach 15 Jahren Vorstandsarbeit und immer auch im sonstigen Einsatz für die Katzen in Not in 30-60 h die Woche neben dem Job ( Privatleben reduzuziert auf ein Minimum nahe Null ) aus den Schuhen gehauen hat. Mein Körper hat an Ostern gesagt bis hierher und nicht weiter, wir fahren dann mal nachts ins Krankenhaus , allein können wir das jetzt nicht mehr händeln. Ein Hörsturz hat mich komplett ausgebremst und ich bin seit 2 Wochen krankgeschrieben und taste mich so langsam wieder an einen normalen Tagesablauf heran, ab Montag dann auch wieder im Büro, mal sehen ob das schon alles wieder funktioniert.
Aber dennoch werden auch im April wieder 26 Katzen ihr Ticket ins Glück nutzen dürfen und die Köfferchen packen …Wir sind einfach härter als Krupp-Stahl !
Auch unsere Patenkatzen betreuen wir natürlich weiter 🙂 Juani frisst nach wie vor ihrem Pflegepapa die Haare vom Kopf und kann das dank lieber Paten auch weiterhin tun . Unsere Omi Minou wird regelmäßig medizinisch durchgecheckt und kann dank dessen gerade in ihrer lieben Pflegestelle wohl die goldenen Jahre als die besten ihres Lebens genießen . Harry und Boromeo, dier Fiv Katerchen aus dem Casa de los Gatos haben zwar beschlossen, ihre Lebensgeinschaft aufzulösen, aber führen nun in einer Pflegestelle bzw. als Bürokater im Casa ein glückliches Singeldasein. Beide hatten dank lieber Spenden zum Teil auch von ihren lieben Patentanten eine Zahnsanierung und beiden eght es danach deutlich besser ! Sie haben an Gewicht zugelegt und besseres Fell bekommen .) Fotos sind angefordert und kommen sicher bald. In Spanien tobt schon die Kittensaison und unsere Helfer vor Ort sind ja auch alles Ehrenamtler und kommen nicht immer zu administrativen Sachen wie sie gern würden.
Auch nach Griechenland spenden wir regelmäßig und man bemüht sich dort zu kastrieren so gut es geht und die Katzen durchzufüttern. Dort auf den platten Land gehts ums blankle Überleben, Corona und die Wirtschaftskrise lassen mehr nicht zu, es ist dramatisch…
Zu Ostern haben alle Spanier , die Griechen und unsere Ungarn eine Spende bekommen und wir hoffen, das hilft ein kleines bischen.
Ein Einzelkämpfer in Spanien, der auf eigene Kosten Katzen fängt und kastriert hat ebenfalls eine Spende bekommen, er hat bis März unfasbare 400 Katzen kastriert und das wollen wir natürlich ebenso unterstützen, wie Kastrationsaktionen, die unsere Mädels jeweils selbst durchführen.
Ihr seht, egal was passiert, wie lassen uns nicht unterkriegen und wir haben das BESTE Team und die tollsten Unterstützer, die man sich nur wünschen kann ! Da hilft jeder sofort, wo er kann, tut was er kann und so viel er kann und hat Verständnis, wenn es mal nicht so rund läuft. Ein Verein ist ja ein lebender Organismus und niemand erklärt einem, wie man sowas aufbaut und am Leben hält, im Ehrenamt hat man nur Pflichten aber nahezu keinerlei Hilfe und daher machen wir eben auch Fehler oder machen manche Dinge vielleicht umständlich oder nicht zu jedermanns Zufriedenheit. Aber : wir machen was und wir machen es mit Hingabe und lernen auch aus Fehlern und aus Katastrophen, von denen wir 2021 nun echt langsam die Sch…voll haben !
Das wir diese Dinge, die uns fein säuberlich portioniert jeden Monat um die Ohren gehauen wurden überstanden haben, zeigt, was für ein überragendes Team wir sind und haben ! Aber es geht alles dennoch an die Substanz und wir hoffen, es ist nun mal gut mit besonderen Prüfungen, die tägliche Tierschutzarbeit ist aufreibend genug , wen andere feierabend nachen legen wir nochmal richtig los und das an sich ist schon kräftezehrend genug…und das die Kittensaison gerade beginnt, mach den Schlaf auch nicht besser…
Insofern : DANKE an alle aus tiefstem Herzen, dass ihr uns unterstützt (habt) in welcher Form auch immer !
Danke an alle Vermittler, die so vielen Katzen ein zuhause gesucht haben und teilweise ins kalte Wasser geschmissen wurden nach Susannes Ausfall und deutlich mehr Arbeit übernehmen mussten, Danke an alle Portalhelfer, die das mit ihrer Arbeit unterstützen und unsere Katzen überall inserieren,damitr sie gefunden werden können,  Danke an alle Pflegestellen, die immer treu an Bord sind und versuchen, den Katzen einen normalen Start ins Leben zu ermöglichen, auch wenn das nicht immer einfach ist, Danke an alle Adoptanten, die auf ihre Fellchen warten und  teilweise einige hundert Kilometer fahren um sie abzuholen, Danke an unsere Social Media Mädels, die immer alles aktuell halten und uns dort bestens vertreten und nach dem Brand so viel tolle Hilfe in die Wege geleitet haben und Danke an alle Spender, die uns mir ihrem Geldf einerseits und auch vor allem ihrem Vertrauen anderersetis unterstützen !
Einfach ein ganz ganz dickes Danke an Euch alle !
Wir geben weiter unser Bestes, hoffen, dass es nicht zu viele Kitten gibt in diesem Jahr und das es einfach nun genug Katastrophen waren und wir den ohnehin aufreibenden Tierschutz ohne weitere zusätzliche Stoplersteine ausüben können und vielen Katzen die Chance auf ein neues glückliches Leben geben können.
Habt einen schönen Frühling und bis bald !
Liebe Grüße Martina und alle Katzenherzen
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